Nach fünf Jahren Planung und sieben Monaten Bauzeit rückt die Einwasserung des neuesten Rettungsbootes der Wasserrettung Vorarlberg in greifbare Nähe. 

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Kokkola (Finnland) / Bregenz Nicht mehr als eine kleine Fingerbewegung am Joystick ist nötig, schon setzen sich 14 Tonnen Aluminium fast unhörbar in Bewegung. Verantwortlich dafür: zwei drehbare IPS Antriebe mit 480 PS Volvo Penta-Motoren. „All die langen Arbeitstage und jede schlaflose Nacht, die in die Planung geflossen sind – all das schwimmt jetzt plötzlich greifbar vor uns im Wasser“, ist der Landesleiter der Wasserrettung Vorarlberg, Sebastian Hellbock, sichtlich begeistert. Die Zwischenabnahme beim Hersteller „KEWATEC Shipyards“ in Finnland ist erfolgreich verlaufen, jetzt macht sich die „V9“, wie das neue Rettungsboot offiziell heißen wird, auf den langen Weg per LKW und Schiff nach Vorarlberg. 

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Ein Unterwasser-3D-Sonar, eine gyrostabilisierte FLIR-Kamera und ein Bergekran für Patienten – das sind nur ein paar der technischen Raffinessen, die das neueste Einsatzfahrzeug der Wasserrettung Vorarlberg bietet. Mit einer Gesamtlänge von 14 Metern und einer Breite von 4,3 Metern ist sie eines der größten und mit etwa 55 km/h Höchstgeschwindigkeit eines der schnellsten Rettungsboote auf dem Bodensee. „Die meisten Personen retten wir aus dem Bodensee, landesweit sind es etwa 30 pro Jahr. Dazu kommen manövrierunfähige Boote, Patiententransporte, Starkwind- und Sturmwarnfahrten, aber auch internationale Seenotfälle. Mit unserem neuen Rettungsboot sind wir in all diesen Notsituationen ganzjährig einsatzbereit“, freut sich Hellbock.

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Die Gesamtkosten von rund 1,5 Millionen Euro trägt der Vorarlberger Rettungsfonds. Das Rettungsboot soll für die nächsten Jahrzehnte einen zuverlässigen und sicheren Dienst auch bei stürmischen Wetterbedingungen ermöglichen. 

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Steckbrief „V9“:

  • Länge: 14 m
  • Breite: 4,3 m
  • Tiefgang: 1,2 m
  • Gewicht beladen: ca. 14 t
  • Rumpf: Aluminium
  • Antrieb: Pod-Antrieb, Volvo Penta IPS-650
  • Motoren: 2 x Volvo Penta 480 PS und Abgasnachbehandlung mittels DPF System
  • Tank: 1200 L
  • Standardbesatzung: 4 Personen (Max. Personen: 15)
  • Geschwindigkeit: ca. 30 kn (55 km/h)
  • Heimathafen: Sporthafen Bregenz
  • Projektstart: Anfang 2016
  • Investition: 1,5 Mio Euro

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Besonderheiten:

  • Bergeplattform am Heck, knapp über der Wasserlinie
  • Patientenliege - für Versorgung von liegend Patienten inkl. Sauerstoffgabe
  • Kran für Bergung von liegenden Patienten (z.B. von Fahrgastschiff) und Unterstützung der Taucher bei technischen Einsätzen
  • Mobile Starkwind- und Sturmwarnleuchte mit 40 bzw. 90 orangen Leuchtsignalen pro Minute
  • Gyrostabilisierte FLIR Kamera und Suchscheinwerfer für Personensuchen an der Oberfläche bei Nacht
  • Unter Wasser 3D Sonar für Suche versunkender Personen oder Boote
  • Schleppeinrichtung für manövrierunfähige Boote
  • Funk- und PC Arbeitsplatz (Lageführung und Dokumentation)
  • Verschiedene Rettungsgeräte, Tauchausrüstungen, UW Beleuchtung, Taucherleiter
  • Unterfahrschutz für das Anlegen an Fahrgastschiffen
  • Außensteuerstand am Heck

Bilder und Videos zum Download findest du unter https://bit.ly/3F3OrAr